Dossier: Eidgenossenschaft, Napoleon und Wiener Kongress
Für Fabrice · Bearbeitungsstand: 4. Oktober 2026 · Version 3: erneuter Abgleich aller 36 PDF-Seiten; Detailnachträge und Grenzen dokumentiert
Herkunft und Kennzeichnung
Zusätzliche Grundlage: Lernziele Geschichte, Titel „Von der Alten Eidgenossenschaft zum Bundesstaat“, 17 Lernziele. Hinweis der Lehrperson: Prüfungsinhalt ist der im Unterricht behandelte Stoff; der Lernzielkatalog dient als Hilfsmittel.
Grundlage: die 36 gescannten Seiten von Geschichtefabrice.pdf, im Zusammenhang mit dem Ordner 10_Schule/26_Geschichte-Napoleon.
Dies ist eine inhaltlich geordnete, sprachlich überarbeitete Lernfassung mit Musterlösungen, keine wortgetreue Transkription. Gedruckte Inhalte werden zusammengefasst; handschriftliche Antworten werden überprüft. Bilder und Karten werden beschrieben, nicht in Markdown nachgezeichnet. Seitenangaben beziehen sich immer auf die PDF-Reihenfolge.
- [D] Dossierinhalt: aus den lesbaren Teilen der Schulunterlagen zusammengefasst.
- [E01] bis [E24]: von mir ergänzte Erklärung, rekonstruierte Musterlösung oder fachliche Korrektur. Das Register steht in Kapitel 11. Kapitel 13 trennt zusätzlich nachgetragene Originalinformationen von redaktionellen Hinweisen.
- Nicht rekonstruierbar: abgeschnittene Bildteile, unlesbare ursprüngliche Antworten und die nicht enthaltenen Originaltexte der Lernjobs B und C. Historische Ergänzungen ersetzen diese Originale nicht.
1. Überblick: Wie wurde die Schweiz zum Bundesstaat?
[D] Die Entwicklung verläuft vom lockeren Bündnis selbstständiger Orte über einen französisch beeinflussten Einheitsstaat zu einem Bundesstaat. Zentral ist die Frage: Welche Aufgaben erledigen die Kantone, welche die gemeinsame Regierung?
| Zeit | Ordnung | Merkmale |
|---|---|---|
| Vor 1798 | Alte Eidgenossenschaft / Ancien Régime | Lockeres Bündnissystem; 13 Orte, Zugewandte und Untertanengebiete; Tagsatzung; keine gemeinsame Zentralregierung |
| 1798–1803 | Helvetische Republik | Einheitsstaat; zentrale Behörden; Gleichheit und Reformen; abhängig von Frankreich |
| 1803–1813 | Mediation | Wieder Staatenbund; 19 Kantone; mehr kantonale Selbstständigkeit; französischer Einfluss bleibt |
| 1813/1815–1830 | Restauration | Ende der Mediation 1813; Bundesvertrag 1815; 22 Kantone; alte Führungsschichten gewinnen Einfluss |
| 1830–1848 | Regeneration | Liberale Veränderungen; Forderungen nach Freiheit, Gleichberechtigung und stärkerem Bund |
| 1847 | Sonderbundskrieg | Konflikt zwischen liberal-radikaler Mehrheit und katholisch-konservativem Sonderbund |
| Ab 1848 | Bundesstaat | Bundesverfassung, Zweikammerparlament, Bundesrat und Bundesgericht; Kantone behalten eigene Zuständigkeiten |
[E01] Datierung: Die Schulunterlagen verwenden teilweise „Mediation 1803–1814/15“ und verlegen den Kriegsschauplatz von 1799 in diese Zeit. Historisch endete die Mediationsakte im Dezember 1813. Der Übergang zur Ordnung von 1815 dauerte länger. Suworows Alpenfeldzug und die Kämpfe von 1799 gehören zur Helvetik. [Q1, Q2]
2. Die alte Eidgenossenschaft
2.1 Ausgangslage und Bundesbrief von 1291
[D; S. 1, 25–26] Das Gebiet der heutigen Schweiz gehörte im Mittelalter zum Heiligen Römischen Reich. Adlige, Städte, Klöster und Talgemeinschaften stritten um Land und Herrschaftsrechte. Kleine Gemeinschaften schlossen Bündnisse, um Sicherheit und Selbstständigkeit zu stärken.
Der Bundesbrief von 1291 enthält insbesondere:
- Hilfeleistung: Die Bündnispartner helfen einander bei Unrecht und Angriffen.
- Schiedsgericht: Bei Streit sollen geeignete Personen zwischen den Parteien vermitteln.
- Gemeinsame Rechtsregeln: Regeln gegen Tötung, Brandstiftung, Raub und unberechtigte Pfändung sollen Frieden und Ordnung sichern.
Musterantwort zur Aufgabe auf S. 26 [E02]: Das Bündnis stärkte die gemeinsame Sicherheit. Streit sollte geschlichtet werden, statt zu weiteren Kämpfen zu führen. Mehr Rechtssicherheit erleichterte das Zusammenleben und konnte Handel und Lebensbedingungen verbessern. Letzteres ist eine begründete Folge, keine wörtliche Bestimmung des Bundesbriefs.
[E03] Präzisierung: „1291 entstand die heutige Schweiz“ wäre zu einfach. Der Bundesbrief gehört zu einem langen Bündnisprozess. Er ist keine Gründungsverfassung des modernen Bundesstaats. Die traditionelle Schulzählung nennt Uri, Schwyz und Unterwalden; der Text des erhaltenen Bundesbriefs wird genauer mit Uri, Schwyz und der unteren Talschaft von Unterwalden verbunden. [Q10]
2.2 Erweiterung auf dreizehn Orte
[D; S. 2, 21–24] Städte benötigten militärische Unterstützung; ländliche Gebiete profitierten unter anderem von städtischen Märkten. Die Bündnisse wurden schrittweise erweitert.
| Jahr | Neue Orte nach der Schulübersicht |
|---|---|
| 1291 | Uri, Schwyz, Unterwalden |
| 1332 | Luzern |
| 1351 | Zürich |
| 1352 | Zug und Glarus |
| 1353 | Bern |
| 1481 | Freiburg und Solothurn |
| 1501 | Basel und Schaffhausen |
| 1513 | Appenzell |
[D] Die dreizehn Orte waren nicht mit allen heutigen Kantonen identisch. Zugewandte Orte waren verbündete Gebiete mit besonderem Status. Untertanengebiete wurden von einzelnen Orten oder gemeinsam beherrscht und waren nicht gleichberechtigt.
2.3 Tagsatzung und Zusammengehörigkeit
[D; S. 2–3, 21] Die alte Eidgenossenschaft hatte keinen gemeinsamen Staatschef. An der Tagsatzung trafen sich Vertreter der Orte. Sie mussten nach den Weisungen ihres Heimatorts handeln; gemeinsame Beschlüsse waren deshalb oft schwierig und langsam.
Gemeinsame Gegner, militärische Erfolge, Bündnisse und Symbole förderten das Zusammengehörigkeitsgefühl. Trotzdem gab es Konflikte zwischen Stadt und Land sowie zwischen katholischen und reformierten Orten.
Musterantwort [E04]: Die alte Eidgenossenschaft war ein Netz von Bündnissen zwischen weitgehend selbstständigen Orten. Die Zusammenarbeit war begrenzt, weil die Orte unterschiedliche Interessen hatten und ihre eigene Macht bewahren wollten. In der Tabelle auf S. 18 ist „ein Regierer“ daher zu korrigieren.
2.4 Wichtige Ereignisse
[D; S. 2–3, 21–23]
- 1315 Morgarten: gemeinsamer Kampf gegen ein habsburgisches Heer.
- 1481: Aufnahme Freiburgs und Solothurns; Vermittlung durch Niklaus von Flüe im Konflikt zwischen Orten.
- 1515 Marignano: Niederlage; Probleme gemeinsamer Führung und unterschiedlicher Interessen werden sichtbar.
- 1597: Teilung Appenzells in Ausserrhoden und Innerrhoden im Zusammenhang mit der Glaubensspaltung.
- 1648: Anerkennung der Unabhängigkeit vom Reich im Westfälischen Frieden; Hans Rudolf Wettstein spielt eine wichtige Rolle.
[E05] Vorsicht bei der Neutralität: Aus der Niederlage von 1515 folgt nicht, dass sofort die heutige, international anerkannte Neutralität eingeführt wurde. Für die Anerkennung der dauernden Neutralität ist 1815 der wichtige Bezugspunkt. [Q3]
3. Die Helvetik, 1798–1803
3.1 Helvetische Gesellschaft
[D; S. 3–5] Aufklärerisch gesinnte Männer wollten den Zusammenhalt der Schweiz stärken. Die konfessionellen Gegensätze sollten überwunden werden; die gemeinsame Geschichte und Wilhelm Tell dienten als Bezugspunkte. Die Gesellschaft setzte zunächst keinen politischen Umsturz durch.
Ergänzte Antwort zum verdeckten Abschnitt [E06]: Die 1761/1762 gegründete Helvetische Gesellschaft war eine Vereinigung, kein Staat und keine Regierung. Sie förderte Gespräche über Reformen und ein gemeinsames Nationalgefühl über kantonale und konfessionelle Grenzen hinweg. Die Aufgabe auf S. 18 lässt sich beantworten: „Sie wollte die Einigkeit der Eidgenossen fördern und über die Probleme und Zukunft der Schweiz nachdenken.“ [Q4]
3.2 Französischer Einmarsch und neue Staatsform
[D; S. 4–5, 18–19] 1798 brach die alte Ordnung unter dem französischen Einmarsch zusammen. Die Helvetische Republik war ein zentral geführter Einheitsstaat. Die Kantone wurden zu Verwaltungsgebieten; ehemalige Untertanengebiete erhielten Gleichberechtigung. Aarau war zunächst Hauptstadt.
| Vergleich | Alte Eidgenossenschaft | Helvetische Republik |
|---|---|---|
| Staatsform | Lockerer Staatenbund | Einheitsstaat |
| Regierung | Orte regieren sich selbst; Tagsatzung | Zentrale Regierung und Gesetzgebung |
| Gebiete | Herrschaftsorte und Untertanengebiete | Gleichberechtigung als politisches Ziel |
| Rechte | Unterschiedliche Rechte und Vorrechte | Reformen und gemeinsame Freiheitsrechte |
| Verhältnis zu Frankreich | Keine entsprechende französische Zentralherrschaft | Starke französische Abhängigkeit |
[E07] Einordnung der Reformliste: Die Unterlagen nennen die Abschaffung von Leibeigenschaft, Zunftzwang, Folter und kirchlichen Sonderrechten sowie Presse-, Glaubens- und Niederlassungsfreiheit und vereinheitlichtes Geld und Masse. Diese Liste ist als Reformprogramm und Reformprozess zu lernen. Sie bedeutet nicht, dass alle Neuerungen sofort überall vollständig umgesetzt und dauerhaft durchgesetzt wurden. [Q1]
3.3 Vor- und Nachteile: korrigierte Musterlösung
[E08; S. 19] Vorteile: Gleichberechtigung ehemaliger Untertanengebiete; Abbau alter Privilegien; Freiheitsrechte; Ansatz zu gemeinsamen Regeln.
Nachteile: Abhängigkeit von Frankreich; Verlust kantonaler Selbstständigkeit; Besatzungslasten und Kriege; Konflikte zwischen Anhängern des Einheitsstaats und des Föderalismus.
Die Antwort „Man ist unabhängig“ ist hier falsch. Die neue Ordnung brachte Reformen, aber keine tatsächliche Unabhängigkeit von Frankreich.
3.4 Bildvergleich „Ehrendes Andenken – warnende Erinnerung“
[E09; S. 5] Ergänzte Vorgehensweise: Zuerst beschreiben: Personen, Gebäude, Gegenstände, Gesten und Bildaufbau. Danach die Stimmung benennen und begründen. Erst zuletzt die Botschaft deuten. Das linke Bild zeigt eine öffentliche Szene auf einem Platz; rechts ist eine Innenraumszene mit mehreren Personen zu sehen. Die feinen Details und Bildunterschriften sind im Scan nicht sicher lesbar. Eine eindeutige historische Identifikation oder vollständige Musterdeutung wäre ohne bessere Aufnahme spekulativ und wird hier nicht erfunden.
4. Mediation
[D; S. 6, 12, 20] Napoleon vermittelte im Verfassungskonflikt. Die Schweiz wurde wieder ein Staatenbund. Die Kantone erhielten mehr Selbstständigkeit. Ehemalige Untertanengebiete wurden nicht wieder zu Untertanen gemacht.
[E10] Ergänzungen zur Musterlösung: Die Mediationsakte wurde am 19. Februar 1803 erlassen. Zu den dreizehn bisherigen Kantonen kamen Aargau, Thurgau, St. Gallen, Graubünden, Tessin und Waadt: insgesamt 19. Die sechs bevölkerungsreicheren Kantone Bern, Zürich, Waadt, St. Gallen, Aargau und Graubünden hatten an der Tagsatzung je zwei Stimmen. Die Kantone waren damit nicht in jedem Abstimmungsdetail gleich gewichtet. Frankreich behielt erheblichen Einfluss. [Q1, Q2]
Mögliche Lösungen für den Lückentext auf S. 20: Verfassung – Franzosen – Staatenbund – gleichberechtigt – doppelte – Kriegsschauplatz – unabhängig – 1798. Die im gedruckten Text enthaltene Aussage über den Kriegsschauplatz ist mit der Korrektur [E01] zu lesen.
5. Wiener Kongress und Restauration
5.1 Europa nach Napoleon
[D; S. 33–34, 36] Der Wiener Kongress 1814/1815 ordnete Europa nach Napoleons Niederlagen neu. Wichtige Mächte waren Österreich, Russland, Preussen, Grossbritannien und Frankreich. Eine zentrale Rolle spielte der österreichische Staatsmann Metternich.
[E11] Zielkorrektur zu S. 36: Die Ziele der Herrscher waren die Wiederherstellung dynastischer Herrschaft und ein Gleichgewicht zwischen den Grossmächten. „Politische Freiheit“ war eine Forderung vieler Menschen, aber nicht das gemeinsame Hauptziel des Kongresses. Die Wörter im Lückentext lauten in Reihenfolge: Vorherrschaft – Befreiungskriege – Freiheit – Kongress – Europas – Fürsten – Grossmächten – Kräfteverhältnis – Interesse – Rheinland – Kapkolonien.
5.2 Folgen für die Schweiz
[D; S. 7, 13, 17] Der Bundesvertrag von 1815 erhielt einen lockeren Staatenbund. Wallis, Neuenburg und Genf kamen hinzu; die Schweiz umfasste nun 22 Kantone. Die dauernde Neutralität wurde international anerkannt. In vielen Kantonen erhielten alte Führungsschichten und Städte wieder stärkeren Einfluss.
[E12] Musterlösungen zur Bildaufgabe auf S. 17:
- Kantonsvertreter: weitgehend selbstständige Kantone bilden einen gemeinsamen Bund.
- Bewaffnete um die Schweiz: gemeinsame militärische Sicherung des Bundes; das ist präziser als nur „Es wird aufgerüstet“.
- Versammlung: Tagsatzung mit Vertretern der 22, nicht 19 Kantone.
- Schweizer Symbolfigur/Wappen: Zusammengehörigkeit und Verteidigung der Eidgenossenschaft; die genaue Bildabsicht bleibt ohne Vorlage unsicher. „Die Flagge wird erstellt“ ist keine ausreichend belegte Erklärung.
- Kloster: bestehende Klöster waren durch den Bundesvertrag geschützt.
- Kantonsverfassung: innere Ordnung und Bürgerrechte wurden wesentlich kantonal geregelt; die abgebildeten Freiheitsbegriffe dürfen nicht als überall gleich verwirklicht verstanden werden.
[E13] Regionale Ergänzung: Das auf S. 13 erwähnte Laufental kam 1815 mit weiteren ehemaligen fürstbischöflichen Gebieten zum Kanton Bern. Das darf nicht mit einem damaligen Beitritt zu Basel-Landschaft verwechselt werden. [Q11]
6. Regeneration und Sonderbundskrieg
[D; S. 8–9, 13, 16] Nach 1830 gewannen liberale Ideen an Einfluss. Gefordert wurden persönliche und wirtschaftliche Freiheit, Gleichberechtigung von Stadt und Land und eine stärkere gemeinsame Ordnung. Ein Bundesstaat sollte Handelshindernisse abbauen und die Schweiz besser zusammenhalten. Basel wurde 1833 in Basel-Stadt und Basel-Landschaft geteilt.
[D] Freischarenzüge gegen konservative Regierungen verschärften die Konflikte. Der Sonderbund verstand sich als Schutzbündnis. Die liberal-radikale Tagsatzungsmehrheit sah ihn als Gefahr für den gemeinsamen Bund und beschloss seine Auflösung.
[E14] Korrigierte Angaben: Der Sonderbund entstand 1845, der Krieg folgte 1847. Die sieben Sonderbundskantone waren Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden mit Obwalden und Nidwalden, Zug, Freiburg und Wallis. Ausgeschrieben sind das acht Gebietsnamen; in der damaligen Zählung wird Unterwalden zusammengezählt. Die Liste auf S. 13 lässt Nidwalden aus. Auch mein früherer Hinweis auf „acht Kantone“ war als Zählung unpräzise. [Q5]
[D] Die eidgenössischen Truppen führte Guillaume-Henri Dufour; die Sonderbundstruppen Johann Ulrich von Salis-Soglio. Dufour wollte den Krieg rasch und mit möglichst wenig Blutvergiessen beenden. Der Begleittext nennt ungefähr zwanzig Tage, hundert Tote und fünfhundert Verletzte; die handschriftliche Angabe „200 Tote“ stimmt nicht mit diesem Text überein.
Musterantwort zu den Folgen [E14]: Der Sonderbund wurde aufgelöst. Die Schweiz blieb zusammen; der Weg zur Bundesverfassung von 1848 wurde frei. Die Auseinandersetzung betraf sowohl Religion als auch politische Macht, kantonale Selbstständigkeit und die künftige Staatsform. „Konservative wollen weniger Freiheit“ ist als alleinige Erklärung zu grob.
7. Bundesverfassung von 1848
7.1 Neuerungen
[D; S. 10–11, 14–15] Der Bund übernahm gemeinsame Aufgaben. Ein Zweikammerparlament ersetzte die Tagsatzung. Ein Bundesrat bildete die Exekutive; ein Bundesgericht die Judikative. Die Kantone blieben für viele innere Angelegenheiten verantwortlich.
[E15] Ergänztes Schema:
| Gewalt | Institution | Grundaufgabe |
|---|---|---|
| Legislative | Bundesversammlung: Nationalrat und Ständerat | Gesetzgebung |
| Exekutive | Bundesrat mit sieben Mitgliedern | Regierung und Ausführung |
| Judikative | Bundesgericht | Rechtsprechung innerhalb seiner Zuständigkeit |
- Nationalrat: Vertretung des Volkes. Die Angabe „ein Sitz auf 20'000 Einwohner“ gehört zur historischen Ordnung von 1848.
- Ständerat: Vertretung der Kantone; zwei Sitze pro Kanton, einer pro damaligem Halbkanton.
- Bundesversammlung: Beide Räte gemeinsam wählen den Bundesrat; auch die Richterwahl ist parlamentarisch.
- Bundespräsident: eines der sieben Bundesratsmitglieder, kein zusätzliches achtes Regierungsmitglied.
Das Schema auf S. 15 ist als Schülerantwort unvollständig; insbesondere fehlt die Judikative. [Q6, Q7]
[E16] Historische Einschränkungen: Freiheits- und politische Rechte waren 1848 nicht für alle Menschen im heutigen Umfang gewährleistet. Frauen hatten kein eidgenössisches Stimmrecht; jüdische Menschen waren bei Niederlassungs- und Religionsrechten benachteiligt. „Das Volk wählt und stimmt ab“ muss historisch von den später ausgebauten Volksrechten unterschieden werden. Bern ist als Bundesstadt/Bundessitz präziser bezeichnet als als verfassungsmässig festgelegte Hauptstadt. [Q6, Q12]
7.2 Föderalismus und Subsidiarität
[E17; Musterlösungen zur abgeschnittenen Aufgabe auf S. 14]
- Föderalismus: Staatliche Aufgaben und Macht werden zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden verteilt. Die Kantone behalten eigene Zuständigkeiten.
- Subsidiarität: Eine Aufgabe soll möglichst auf der unteren Ebene erledigt werden. Die höhere Ebene übernimmt, wenn eine gemeinsame Lösung nötig oder geeigneter ist.
Vereinfachte Zuordnung für die Schulaufgabe:
| Ebene | Typische Beispiele |
|---|---|
| Bund | Aussenpolitik, Zoll, Währung, militärische Landesverteidigung; nationale Rahmenregeln unter anderem für Verkehr, Umwelt und Wirtschaft |
| Kantone | Kantonspolizei, Organisation der Schule, wesentliche Bereiche des Gesundheitswesens und der Berufsbildung |
| Gemeinden | Wasserversorgung, Kehrichtabfuhr, Feuerwehr, lokale Strassen, Schulgebäude; häufig örtliche Versorgungsaufgaben |
Die handschriftliche Zuordnung von Kehrichtabfuhr zu den Kantonen ist für diese vereinfachte Aufgabe zu ändern. Berufsbildung, Bauwesen, Energie, Gesundheit, Umwelt und Verkehr sind in der Realität teilweise gemeinsame Aufgaben; die Tabelle ist keine vollständige heutige Zuständigkeitsordnung.
[E18] Rechnung: 2026 − 1848 = 178 Jahre, nicht 1878 Jahre.
8. Napoleon: Aufstieg und Sturz
8.1 Korrigierter Zeitstrahl
[E19; ergänzt die schwer lesbare Treppe S. 27 und die fehlenden Lebensabschnitte]
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1769 | Geburt auf Korsika |
| 1779 | Eintritt in die Militärschule von Brienne |
| 1784/1785 | Militärschule in Paris; anschliessend Offizier |
| 1793 | Erfolg bei Toulon; Beförderung zum Brigadegeneral |
| 1795 | Niederschlagung eines royalistischen Aufstands in Paris |
| 1796–1797 | Oberbefehl im Italienfeldzug; Erfolge gegen Österreich |
| 1798–1799 | Ägyptenfeldzug; Napoleon kehrt 1799 nach Frankreich zurück |
| 1799 | Staatsstreich; Erster Konsul |
| 1804 | Kaiser der Franzosen; Krönung am 2. Dezember |
| 1805 | Niederlage der französisch-spanischen Flotte bei Trafalgar |
| 1810 | Heirat mit Marie-Louise von Österreich |
| 1812 | Russlandfeldzug mit katastrophalem Rückzug |
| 1813 | Niederlage bei Leipzig |
| 1814 | Abdankung und Verbannung nach Elba |
| 1815 | Rückkehr; hundert Tage; Waterloo am 18. Juni; erneute Abdankung; St. Helena |
| 1821 | Tod auf St. Helena |
„General 1796“ auf S. 27 vermischt die frühere Beförderung zum General mit dem Oberbefehl in Italien. „Militärschule 1785“ darf nicht mit dem ersten Schulbeginn 1779 verwechselt werden. Heirat und Trafalgar sind unterschiedliche Ereignisse. [Q8, Q9]
8.2 Italien und Ägypten
[D; S. 28–31] Napoleon machte durch militärische Erfolge Karriere. In Italien besiegte seine Armee österreichische Truppen; 1797 folgte der Frieden von Campo Formio. Französische Eroberungen führten zu abhängigen Republiken und zur Wegnahme von Geld und Kunstwerken.
[D] Der Ägyptenfeldzug sollte den britischen Einfluss und die Verbindung nach Indien bedrohen. Geld wurde auch durch die Ausplünderung Berns und weiterer eidgenössischer Gebiete beschafft. Napoleon landete mit einem grossen Heer in Ägypten. Nelson zerstörte 1798 bei Abukir die französische Flotte. Der Feldzug wurde durch Krankheiten, Gegner und fehlenden Nachschub geschwächt. Napoleon kehrte 1799 zurück; die verbliebene französische Armee kapitulierte erst später.
[E20] Fachliche Korrektur zum gedruckten Text auf S. 30: Die Behauptung, Napoleon sei mit seinem ganzen Heer zum Islam übergetreten, wird nicht als Tatsache übernommen. Belegt sind seine politischen Annäherungsversuche an den Islam; eine bekannte tatsächliche Konversion betrifft General Menou. [Q13]
8.3 Musterlösungen zur Ja/Nein-Aufgabe
[E19; S. 31] Die folgenden Antworten wurden neu aus dem lesbaren Begleittext und den überprüften Angaben erstellt. Sie behaupten nicht, alle ursprünglichen handschriftlichen Markierungen seien lesbar.
| Nr. | Aussage, verkürzt | Lösung |
|---|---|---|
| 1 | Steile militärische Karriere | Ja |
| 2 | Antike römische Begriffe und Vorbilder leben wieder auf | Ja |
| 3 | Kartätschen sind Schrotladungen für Kanonen | Ja |
| 4 | Erster grosser Kommandanteneinsatz war besonders schonend | Nein |
| 5 | Papst begrüsste die französischen Erfolge in Italien | Nein |
| 6 | „Petit Caporal“ und die Vorstellung des Frontkämpfers | Ja, nach dem Begleittext auch als Legendenbildung |
| 7 | Ausplünderung machte Napoleon in Frankreich unbeliebt | Nein, nach dem Begleittext erhöhten Beute und Erfolge sein Ansehen |
| 8 | Napoleon wurde im Italienfeldzug von Österreich besiegt | Nein |
| 9 | Campo Formio war eine Schande für Frankreich | Nein |
| 10 | Eroberte Fürstentümer wurden in abhängige Republiken umgewandelt | Ja, im Zusammenhang dieses Feldzugs |
| 11 | Die Schweiz, besonders Bern, finanzierte den Ägyptenfeldzug | Ja, durch erzwungene Wegnahme von Mitteln; keine freiwillige Finanzierung |
| 12 | Ein Vasallenstaat ist von einem anderen Staat abhängig | Ja |
| 13 | Mameluken waren ursprünglich Sklavensoldaten islamischer Herrscher | Ja |
| 14 | Napoleon vernichtete 1799 die britische Flotte bei Abukir | Nein: Nelson vernichtete 1798 die französische Flotte |
| 15 | Nach seiner Rückkehr wurde Napoleon vor ein Militärgericht gestellt | Nein |
| 16 | Seine Rückkehr fiel in eine militärische und politische Krise | Ja; die Schuldzuweisung an „unfähige Kommandanten“ ist eine Wertung des Arbeitsblatts |
| 17 | Politische Macht durch einen Staatsstreich | Ja |
8.4 Hundert Tage und Waterloo
[D; S. 32–34] Napoleon kehrte 1815 von Elba zurück. Ludwig XVIII. floh. Napoleon wollte seine Gegner schlagen, bevor sich deren Armeen vereinigten. Bei Waterloo kämpfte er gegen Wellington; das Eintreffen der preussischen Truppen unter Blücher entschied die Schlacht gegen ihn. Er dankte erneut ab und wurde nach St. Helena gebracht.
[D] Die Zeitungsausschnitte auf S. 32 wechseln von Beschimpfungen zu ehrerbietigen Bezeichnungen. [E19] Deutung: Sie zeigen, wie sich die Darstellung einer Person mit den Machtverhältnissen ändern kann. Das ist ein Beispiel für politische Anpassung und Propaganda.
[E20] Korrektur auf S. 33: Napoleons sterbliche Überreste wurden 1840 zu den Invalides in Paris überführt, nicht ins Pariser Panthéon. [Q14]
8.5 Napoleon-Karikatur
[E19; S. 27, 35] Musterdeutung: Die Treppe stellt Karriere als Aufstieg und Niedergang dar. Die Kaiserstellung bildet den Höhepunkt; militärische Niederlagen und Verbannung führen abwärts. Der Zeichner zeigt Napoleon kritisch und spöttisch und betont die Vergänglichkeit seiner Macht. Die Antwort „Farbe“ erklärt diese Botschaft nicht. Die abgeschnittene rechte Bildhälfte lässt sich nicht originalgetreu ersetzen; die allgemeine Deutung bezieht sich auf die sichtbare Treppenstruktur.
9. Begriffsliste
[E17/E19] Ergänzte Lernhilfe; Begriffe beruhen auf den Dossierthemen:
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Staatenbund | Verbindung weitgehend selbstständiger Staaten mit begrenzten gemeinsamen Organen |
| Einheitsstaat | Staat mit zentraler politischer Leitung; Teilgebiete haben keine entsprechende eigene Staatssouveränität |
| Bundesstaat | Gemeinsamer Staat mit föderaler Verteilung der Aufgaben auf Bund und Gliedstaaten |
| Tagsatzung | Versammlung der Vertreter der eidgenössischen Orte beziehungsweise Kantone |
| Untertanengebiet | Beherrschtes Gebiet ohne Gleichberechtigung mit seinen Herrschaftsorten |
| Mediation | Vermittlung; hier Napoleons Neuordnung von 1803 |
| Restauration | Wiederherstellung früherer politischer Machtverhältnisse |
| Regeneration | Erneuerung; hier liberale Reformphase ab 1830 |
| Liberal | Auf persönliche Rechte, Freiheit und rechtsstaatliche Veränderungen ausgerichtet |
| Konservativ | Auf Bewahrung bestehender Ordnung ausgerichtet; im Konflikt auch Schutz von Religion und kantonaler Selbstständigkeit |
| Staatsstreich | Machtübernahme unter Bruch der geltenden politischen Ordnung |
| Vasallen-/Satellitenstaat | Staat, der politisch stark von einer anderen Macht abhängig ist |
| Neutralität | Nichtteilnahme an Kriegen anderer Staaten unter den dafür geltenden Verpflichtungen |
10. Seitenregister und verbleibende Original-Lücken
| PDF-Seiten | Thema | Bearbeitung |
|---|---|---|
| 1–3 | Alte Eidgenossenschaft; Beginn Helvetik | Zusammenfassung; verdeckter Abschnitt zur Gesellschaft sachlich ergänzt |
| 4–5 | Helvetik und Bildvergleich | Lernfassung; Bilddeutung nur soweit lesbar |
| 6 | Mediation | Datierung und Kriegschronologie berichtigt |
| 7–11 | Restauration bis Föderalismus | Zusammenfassung und ergänzte Erklärungen |
| 12–14 | Überblick und Aufgabenverteilung | Korrigierte Übersicht; Musterlösungen; nicht lesbare Originalantworten nicht erfunden |
| 15–20 | Bundesverfassung, Sonderbund, Kongressfolgen, Helvetik, Mediation | Musterlösungen und Korrekturen |
| 21–24 | Dreizehn Orte und Erweiterung | Bündnissystem und Beitrittstabelle |
| 25–26 | Bundesbrief und Aufgaben | Inhalt und Musterantworten |
| 27 | Napoleon-Treppe | Ergänzter Zeitstrahl; ursprüngliche Einträge teilweise unlesbar |
| 28 | Arbeitsauftrag Lernjob 3A | Vollständige Arbeitsfolge und Zeitvorgabe in Kapitel 13 nachgetragen |
| 29–31 | Italien, Ägypten, Ja/Nein-Aufgabe | Zusammenfassung, Korrektur und neu erstellte Lösungen |
| 32–34 | Hundert Tage, Niederlagen, Kongress | Zusammenfassung und historische Korrektur |
| 35 | Karriere-Karikatur | Allgemeine Musterdeutung; rechter Originalbildteil fehlt |
| 36 | Wiener Kongress | Lückentextlösungen und Zielkorrektur |
Das Lernzielblatt ist nun vorhanden und unten vollständig erfasst. Weiterhin fehlen die vollständigen Original-Lernjobs B und C. Der Napoleon-Zeitstrahl ergänzt den Sachzusammenhang, ersetzt diese Arbeitsblätter aber nicht. Das Lernzielblatt nennt keine Gewichtung oder genaue Prüfungsfragen; ausdrücklich bleibt der im Unterricht behandelte Stoff massgebend.
10a. Die 17 Lernziele und ihre Abdeckung
[D; neues Lernzielblatt] Der Titel lautet „Von der Alten Eidgenossenschaft zum Bundesstaat“. Die folgenden Formulierungen geben die Lernziele inhaltlich wieder; die Zuordnung und Einschätzung stammen von mir [E21].
| Nr. | Lernziel | Passende Kapitel / Lernhilfe |
|---|---|---|
| 1 | Fachbegriffe erklären | Kapitel 9 und Ergänzung 10b |
| 2 | Inhalt des Bundesbriefs von 1291 den Skizzen zuordnen | 2.1: Hilfeleistung, Schiedsgericht, Rechtsregeln |
| 3 | Vorteile des Bündnisses von 1291 erklären | 2.1, E02 |
| 4 | Orte und Zugewandte der dreizehnörtigen Eidgenossenschaft aufzählen | 2.2 und 10b |
| 5 | Beitrittsjahre der dreizehn Orte nennen | Tabelle in 2.2 |
| 6 | Teilnehmer und Abstimmungsverfahren der Tagsatzung erklären | 2.3 und 10c |
| 7 | Nach Marignano erkennbare Schwierigkeiten und die Reaktion darauf nennen | 10d |
| 8 | Struktur erklären: Orte, Zugewandte, Untertanen und gemeine Herrschaften | 10b |
| 9 | Alte Eidgenossenschaft mit Helvetik vergleichen und Angaben zuordnen | Vergleichstabelle 3.2; Vor- und Nachteile 3.3 |
| 10 | Organisationsformen des Staates erklären | Kapitel 1 und 9: Staatenbund, Einheitsstaat, Bundesstaat |
| 11 | Fragen zu Freiheitsbaum und Stubenszene beantworten | 3.4 und ergänzte Musterdeutung 10e; genaue Details teilweise unsicher |
| 12 | Mediation-Lückentext ausfüllen | Kapitel 4; gedruckte Chronologiefehler beachten |
| 13 | Schlüsselbegriffe einer Quelle erkennen, etwa Forderungen der Liberalen | 10f |
| 14 | Entstehung des Sonderbundskriegs erklären | Kapitel 6 |
| 15 | Jahreszahl und beide Generäle des Sonderbundskriegs nennen | 1847; Dufour und Salis-Soglio, Kapitel 6 |
| 16 | Aufbau der Bundesverfassung von 1848 als Grafik kennen | Kapitel 7.1 und Textschema unten |
| 17 | Subsidiarität und Aufgabenverteilung erklären | Kapitel 7.2 |
Prüfungsorientierung [E21]: Alle 17 Ziele werden durch diese Fassung bearbeitet. Ziel 11 hat wegen der Bildqualität weiterhin Grenzen bei Einzelheiten. „Bearbeitet“ bedeutet nicht, dass Fabrice das Ziel bereits beherrscht. Napoleon-Biografie und Wiener Kongress bleiben als Kontext im Dossier; sie stehen nicht als eigene Lernziele auf dem neuen Blatt, können nach dessen allgemeinem Hinweis aber trotzdem zum Unterrichtsstoff gehören.
Textschema zu Ziel 16: Volk → Nationalrat; Kantone → Ständerat; beide Räte = Bundesversammlung → Wahl von Bundesrat und Bundesgericht. Nationalrat und Ständerat beraten die Gesetze als zwei Kammern. Die genaue Bestellung der Ständeräte wurde 1848 kantonal geregelt; das Schema ist keine Behauptung heutiger Direktwahlen für 1848.
10b. Orte, Zugewandte und Herrschaftsgebiete
[E22] Neu ergänzt für Ziele 1, 4 und 8; Quellen Q15 und Dossierkarte S. 22.
Die dreizehn Orte: Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern, Zürich, Zug, Glarus, Bern, Freiburg, Solothurn, Basel, Schaffhausen, Appenzell. Beitrittsjahre stehen in 2.2.
Zugewandte waren verbündete, aber nicht voll gleichgestellte Mitglieder des Bündnissystems. Historisch wichtige Beispiele: Fürstabtei St. Gallen und Stadt St. Gallen (getrennte politische Einheiten), Biel, die Drei Bünde/Graubünden, Wallis, Mülhausen, Rottweil, Neuenburg, Genf und das Fürstbistum Basel. Zugehörigkeit und Mitwirkung änderten sich über die Zeit; es gibt keine für alle Jahrhunderte identische Liste. Für die Prüfung ist die Auswahl der Unterrichtskarte massgebend. Mülhausen und Rottweil sind in der abgebildeten Karte nicht sichtbar; sie sind hier als historische Ergänzung aufgeführt. Auf der Karte sind unter anderem Neuenburg, Bistum Basel, Biel, die beiden St. Galler Einheiten, die Drei Bünde und Wallis bezeichnet.
| Kategorie | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| Orte | Regierende Mitglieder des eidgenössischen Bündnissystems | Zürich, Bern, Uri |
| Zugewandte | Verbündete mit unterschiedlichem Vertragsstatus | Biel, Drei Bünde, Wallis |
| Untertanengebiete | Von einem oder mehreren Orten beherrschte Gebiete ohne gleiche politische Stellung | Berner Waadt; Gebiete im heutigen Tessin |
| Gemeine Herrschaften | Gemeinsam verwaltete Untertanengebiete; „gemein“ bedeutet gemeinsam | Baden, Freie Ämter, Thurgau; weitere Beispiele auf der Karte |
Patrizier: Angehörige führender städtischer Familien. Reisläufer/Söldner: Soldaten in fremdem Kriegsdienst gegen Bezahlung. Souveränität: staatliche Selbstständigkeit beziehungsweise höchste eigene Entscheidungsgewalt. Verfassung: grundlegende Regeln über Staatsaufbau, Institutionen und Rechte. Diese Begriffserklärungen sind ergänzte Lernhilfen.
10c. Tagsatzung: Wer nahm teil und wie wurde entschieden?
[E23] Ergänzte Präzisierung für Ziel 6; Q16. Vertreter, auch Boten oder Gesandte genannt, vertraten ihre Orte. Bestimmte Zugewandte nahmen ebenfalls teil, jedoch mit unterschiedlichem Status. Die Stimme gehörte dem Ort, nicht jedem einzelnen anwesenden Gesandten. Die Vertreter waren an die Instruktionen ihres Heimatorts gebunden. Bei fehlenden Weisungen musste zurückgefragt werden; das erschwerte rasche Entscheidungen.
Für die alte Eidgenossenschaft gilt als Lernregel: grundlegende gemeinsame Geschäfte benötigten Einigkeit. Für die Verwaltung gemeiner Herrschaften gab es Mehrheitsentscheidungen der daran beteiligten Orte. „Immer einfache Mehrheit“ und „ausnahmslos immer einstimmig“ wären beide zu pauschal. Die Stimmregeln der Mediation und der Zeit nach 1815 sind davon zu unterscheiden.
10d. Marignano: Schwierigkeiten und Reaktion
[E23] Aus Dossier S. 21 neu als vollständige Musterlösung für Ziel 7 zusammengestellt:
- Uneinheitliche Aussenpolitik: Orte verfolgten unterschiedliche Interessen und Expansionsrichtungen.
- Schwierige gemeinsame Führung: Man konnte sich nicht zuverlässig auf einen Oberbefehlshaber und gemeinsames Vorgehen einigen.
- Söldner auf verschiedenen Seiten: Eidgenossen konnten im Dienst fremder Mächte gegeneinander kämpfen.
- Veränderte Kriegführung: Die alte Kampftaktik war gegenüber neuer Artillerie weniger wirksam; finanzielle Mittel waren ungleich verteilt.
Reaktion nach dem Schultext: Einschränkung weiterer Eroberungen, stärkere Konzentration auf die Verwaltung bestehender Gebiete und die Zusammenarbeit mit Verbündeten. Das ist vom späteren Ausbau und der Anerkennung der Neutralität zu unterscheiden.
10e. Freiheitsbaum und Stubenszene: ergänzte Musterdeutung
[E24] Der neue Lernzielkatalog benennt die Bilder ausdrücklich; die folgenden Deutungen stammen von mir, nicht von einer Lehrpersonenlösung. Die Originalseite wurde nochmals in höherer Auflösung angesehen. Einzelne Figuren, Gegenstände und Beschriftungen bleiben unsicher.
| Frage | Freiheitsbaum | Stubenszene |
|---|---|---|
| Worum geht es? | Menschen versammeln sich auf einem öffentlichen Platz um einen Freiheitsbaum als Zeichen der neuen politischen Ordnung. | Mehrere Menschen und ein Hund erscheinen in einer häuslichen Stube; die Szene zeigt die politische Umbruchzeit aus einer privaten Perspektive. Die genaue Handlung ist im Scan nicht zuverlässig identifizierbar. |
| Welche Stimmung? | Feierlich, öffentlich und gemeinschaftlich; geordnete Menschenmenge. | Bewegter und unruhiger Eindruck durch Gesten und mehrere gleichzeitige Handlungen; eine eindeutige Stimmung braucht die genaue Beobachtung der Vorlage. |
| Wie entsteht sie? | Weite Platzansicht, viele Menschen, zentral aufragendes Symbol; Architektur rahmt die Versammlung. | Enger Innenraum, dicht angeordnete Personen, lebhafte Gesten, Tisch und häusliche Gegenstände. |
| Mögliche Botschaft? | Positive Erinnerung an Freiheit und eine neue Gemeinschaft. | Im Vergleich kann die Szene als warnende oder kritische Erinnerung an die Umbrüche gelesen werden. Das ist eine Deutung aus dem Aufgabenrahmen „Ehrendes Andenken – warnende Erinnerung“, keine gesicherte Identifikation jeder Figur. |
Für die Prüfung: erst beschreiben, dann Stimmung mit sichtbaren Details begründen, danach Botschaft deuten. Wer genau dargestellt ist oder was genau geschieht, sollte anhand einer schärferen Vorlage oder der Unterrichtsbesprechung ergänzt werden. Dieses Lernziel bleibt bei der präzisen Stubenszenen-Deutung teilweise offen.
10f. Schlüsselbegriffe aus einer Quelle erkennen
[E24] Ergänzte Übung zu Ziel 13, gestützt auf Dossier S. 7–8: In einem Text über die Forderungen der Liberalen markieren: persönliche Freiheit, wirtschaftliche Freiheit, Gleichberechtigung, Einheit, Bundesstaat, stärkerer Bund, Abbau von Binnenzöllen und unterschiedlichen Geldsorten, Unabhängigkeit und gemeinsame Verteidigung.
Musterzusammenfassung: „Die Liberalen wollten Rechte und wirtschaftliche Freiheit stärken. Ein Bundesstaat sollte die Schweiz zusammenhalten und Hindernisse für Handel und Entwicklung abbauen.“
11. Vollständiges Register meiner Ergänzungen
| ID | Was ich selbst ergänzt oder korrigiert habe | Grundlage |
|---|---|---|
| E01 | Mediation endet 1813; Übergang bis 1815; Kriegsschauplatz und Suworow 1799 gehören zur Helvetik | Q1, Q2 und Chronologie des Dossiers |
| E02 | Vollständige Musterantwort zu den Vorteilen des Bundesbriefs; wirtschaftliche Folge als Schlussfolgerung bezeichnet | Dossier S. 25–26 |
| E03 | Bundesbrief als Teil eines langen Prozesses; traditionelle Unterwalden-Zählung vom Wortlaut unterschieden | Q10 |
| E04 | Mustererklärung des Bündnissystems; „ein Regierer“ korrigiert | Dossier S. 2, 18, 21 |
| E05 | Marignano 1515 nicht mit sofort eingeführter dauernder Neutralität gleichgesetzt | Dossier und Q3 |
| E06 | Verdeckten Abschnitt zur Helvetischen Gesellschaft sachlich ergänzt; Vereinigung von Staat unterschieden | Q4 |
| E07 | Reformliste als Prozess eingeordnet, nicht als sofort vollständige Umsetzung | Dossier und Q1 |
| E08 | Vor- und Nachteile der Helvetik neu formuliert; falsche Unabhängigkeitsaussage korrigiert | Dossier S. 4–5, 19 |
| E09 | Vorgehensweise zum Bildvergleich ergänzt; unsichere Bildidentifikation ausdrücklich offengelassen | Sichtbarer Scan S. 5 |
| E10 | Datum der Mediationsakte, sechs neue Kantone, doppelte Stimmen und Lückentextlösung ergänzt | Q1, Q2; Dossier S. 20 |
| E11 | Ziele des Wiener Kongresses von Freiheitswünschen unterschieden; Lückentext gelöst | Dossier S. 36 |
| E12 | Sechs vorsichtige Mustererklärungen zu den Kongressfolgen; 19 auf 22 Kantone korrigiert | Dossier S. 7, 17; Q3 |
| E13 | Laufental 1815 beim Kanton Bern eingeordnet | Q11 |
| E14 | Sonderbundgründung 1845 von Krieg 1847 getrennt; Nidwalden ergänzt und Zählung präzisiert; Opferzahl an Begleittext angepasst | Q5; Dossier S. 9, 13, 16 |
| E15 | Fehlende Judikative und vollständige Gewaltenteilung ergänzt; Bundespräsident als Mitglied der sieben Bundesräte erklärt | Q6, Q7; Dossier S. 11, 15 |
| E16 | Grenzen der Rechte von 1848 und Bezeichnung Bundesstadt ergänzt; heutige Volksrechte nicht rückwirkend unterstellt | Q6, Q12 |
| E17 | Föderalismus und Subsidiarität erklärt; Aufgabenverteilung berichtigt und vereinfacht; Begriffsliste ergänzt | Dossier S. 11, 14; heutige Lernbegriffe, keine exakte historische Kompetenzliste |
| E18 | Rechnung 2026 − 1848 = 178 Jahre | Eigene Rechnung |
| E19 | Napoleon-Zeitstrahl einschliesslich fehlender mittlerer Lebensphase; Generalbeförderung, Schule, Heirat und Trafalgar unterschieden; Ja/Nein-Musterlösungen; Zeitungs- und Karikaturdeutung; Begriffe | Dossier und Q8, Q9; eigene ausdrücklich gekennzeichnete Deutungen |
| E20 | Behauptung einer kollektiven Islam-Konversion entfernt; Invalides statt Panthéon berichtigt | Q13, Q14 |
| E21 | Lernzielblatt als zweite Quelle aufgenommen; alle 17 Ziele zugeordnet; Prüfungsumfang vorsichtig eingeordnet; Textschema ergänzt | Neues Lernzielblatt und bestehendes Dossier |
| E22 | Zugewandte Orte ausdrücklich aufgezählt; variable historische Auswahl erklärt; Herrschaftskategorien und weitere Begriffe ergänzt | Q15 und Karte S. 22 |
| E23 | Abstimmungsverfahren der Tagsatzung präzisiert; vier Schwierigkeiten nach Marignano und die Reaktion als Musterlösung zusammengestellt | Q16; Dossier S. 21 |
| E24 | Bildvergleich aufgrund der neuen Bildbenennung erweitert, verbleibende Unsicherheit markiert; Schlüsselbegriffe der Liberalen als Übung ergänzt | Neues Lernzielblatt; Dossier S. 5, 7–8 |
Nicht als neue historische Fakten gezählt werden die Markdown-Struktur, sprachliche Vereinfachung, zusammenführende Tabellen und das Seitenregister. Diese sind redaktionelle Bearbeitungen. Musterlösungen stammen von mir, auch wenn ihr Sachinhalt aus dem Dossier gewonnen wurde.
12. Quellen für Ergänzungen und Korrekturen
Die Links dienen der Nachprüfung. Abruf: 4. Oktober 2026. Das Dossier bleibt die Hauptquelle; externe Quellen wurden für Lücken und Korrekturen verwendet.
Q1: Schweizerisches Bundesarchiv, Epoche des Wandels: die Schweiz zwischen 1798 und 1848.
Q2: Historisches Lexikon der Schweiz, Mediationsakte.
Q3: Historisches Lexikon der Schweiz, Bundesvertrag, ergänzt durch Dossier S. 7.
Q4: Historisches Lexikon der Schweiz, Helvetische Gesellschaft.
Q5: Historisches Lexikon der Schweiz, Sonderbund und Nidwalden.
Q6: Schweizerisches Bundesarchiv, Die neuen Behörden des Bundesstaats; Schweizer Parlament, Wie liefen die ersten Parlamentswahlen 1848 ab?.
Q7: Schweizerische Bundesverwaltung, Die sieben Mitglieder des Bundesrates.
Q8: Fondation Napoléon, Chronologie Consulat/Empire und Napoleons Jugend 1769–1793.
Q9: Château de Versailles, Marie-Louise und Salle du Sacre.
Q10: Schweizerische Bundesverwaltung, Bundesbrief von 1291; Bundesbriefmuseum, Geschichte.
Q11: Historisches Lexikon der Schweiz, Laufen (BL, Bezirk).
Q12: Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement, Die Verfassung von 1848: Ein Meilenstein der Schweizer Geschichte; Schweizer Parlament, Ausschluss von Frauen 1848; Bundesarchiv, Schweizer Staat und Volk nach 1848; Bundesverwaltung, Geschichte des Bundesrates.
Q13: Fondation Napoléon, Napoleon in Egypt und Bonaparte in Egypt: the military campaign.
Q14: Musée de l’Armée, Les Invalides d’hier à aujourd’hui und Rückkehr des Sarges 1840.
Ergänzende Quelle zu E17: Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, Föderalismus; Kanton Zürich, Aufgabenteilung und Subsidiarität.
Q15: Historisches Lexikon der Schweiz, Zugewandte Orte.
Q16: Historisches Lexikon der Schweiz, Tagsatzung.
13. Zweite Vollständigkeitsprüfung: Detailnachträge zum Original
Prüfergebnis vom 4. Oktober 2026: Alle 36 PDF-Seiten wurden nochmals visuell mit der Lernfassung verglichen. Die vorherige Version enthielt nicht jedes Detail. Dieses Kapitel ergänzt bisher verkürzte Textinhalte und Aufgaben. Es ist zusammen mit den Kapiteln 1–12 zu lesen.
Kennzeichnung: [D] bezeichnet aus dem Original nachgetragene Informationen, sinngemäss formuliert; sie sind keine neuen extern recherchierten Fakten. [R] bezeichnet meinen redaktionellen Prüfhinweis. Die fachlichen Ergänzungen und Korrekturen bleiben gesondert als E01–E24 in Kapitel 11 aufgeführt. Hier wurden keine neuen externen historischen Quellen hinzugefügt.
Grenze der Vollständigkeit: Dies bleibt eine Lernfassung, keine vollständige Transkription und keine Reproduktion des Originals. Karten, Wappen, Zeichnungen, Fotos, Markierungen, die französischen Zeitungsausschnitte und sämtliche handschriftlichen Einträge sind nicht vollständig in die Markdown-Datei übertragen. Teilweise abgeschnittene, verdeckte oder schwer lesbare Stellen lassen sich aus dem vorliegenden Scan nicht sicher rekonstruieren. Für solche Details ist das Originaldossier mit allen 36 Seiten massgebend. Die früheren Seitenregister-Einträge bedeuten thematische Abdeckung, nicht vollständige Abschrift.
Seiten 1–3: Entstehung und Zusammenhalt
[D; S. 1] Im mittelalterlichen Reich war die tatsächliche Macht des Kaisers begrenzt. In den Tälern handelten freie Bauern und lokale Adlige. Der älteste erhaltene Bundesbrief stammt vom August 1291 und verbindet Uri, Schwyz und Nidwalden. Die Darstellung verweist auf Morgarten 1315. Auftrag: den Bundesbrief lesen und seine Vereinbarungen erklären.
[D; S. 2] Die Eidgenossen gewannen militärisches Ansehen und griffen auch in Italien ein. Der Name «Schweizer» bezeichnete zunächst die Menschen aus Schwyz und wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts zunehmend auf andere Eidgenossen übertragen. Kreuze auf Bannern und Ausrüstung dienten als Erkennungszeichen; das weisse Kreuz auf rotem Grund verbreitete sich um 1500. Armut und Hunger führten zur Auswanderung und zum Solddienst. Die damaligen Bündnisse dienten Macht, Sicherheit und Gebietserwerb; eine moderne Nation war nicht ihr ursprüngliches Ziel.
Der Morgarten-Seitentext verbindet den Überfall der Schwyzer auf Einsiedeln mit einer habsburgischen Gegenaktion und dem Hinterhalt oberhalb des Ägerisees. Der zweite Seitentext verweist auf Niklaus von Flüe und die Einigung von 1481.
[D; S. 3] Konfessionelle Gegensätze erschwerten die Weiterentwicklung des Bundes über lange Zeit. Appenzell wurde 1597 in das reformierte Ausserrhoden und das katholische Innerrhoden geteilt. Johann Rudolf Wettstein wird im Zusammenhang mit 1648 und dem Ende des Dreissigjährigen Krieges genannt. Aufgaben: Textstellen markieren; Entstehung der Bündnisse erklären; erklären, weshalb die Orte trotz Streit zusammengehörten; die Tabelle der dreizehn Orte lösen. Im teilweise verdeckten Abschnitt zur Helvetischen Gesellschaft sind die Verbindung von «Helvetia» mit den antiken Helvetiern und der patriotische Bezug auf die Vergangenheit erkennbar. [R] Der verdeckte Text ist nicht vollständig lesbar; Kapitel 3 enthält dazu eine sachliche Ergänzung, keine rekonstruierte Abschrift.
Seiten 4–6: Helvetik und Mediation
[D; S. 4] Wilhelm Tell wurde als nationaler Freiheitsheld verwendet; Revolutionäre stellten ihre Auseinandersetzung mit alten Machthabern in diesen Zusammenhang. Die helvetische Fahne hatte die Farben Grün, Rot und Gelb. Das Dossier beschreibt eine gewählte gesetzgebende Gewalt sowie zunächst fünf Direktoren als Exekutive; die spätere Bezeichnung «Bundesräte» darf nicht mit dem heutigen siebenköpfigen Bundesrat gleichgesetzt werden. Das Einheitsstaatsbild zeigt eine zusammenhängende Form. 1799 wurde die Schweiz zum Kriegsschauplatz Frankreichs und Österreichs.
[D; S. 5] Zu den Reformen gehören neben den bereits aufgeführten Freiheiten die Gleichstellung bisheriger Untertanen, die Beseitigung von Privilegien sowie einheitliche Masse und Gewichte, im Dossier konkret Kilogramm, Meter und Liter. Der Widerstand gegen französische Herrschaft bedeutete nicht automatisch Zustimmung zur früheren Ordnung. Die Bildaufgabe verlangt Beschreibung, Vergleich, Stimmung und Deutung; dabei sollen Personen, Tiere und Gegenstände berücksichtigt werden. [R] Die Beschreibung der öffentlichen Szene links und der Innenraumszene rechts ist möglich; alle Einzelheiten und Bildunterschriften sind aus dem Scan nicht sicher zu erschliessen. Die Musterdeutung in Kapitel 10e bleibt eine ergänzte Interpretation.
[D; S. 6] Politische Konflikte behinderten die Reformen. Tausende Schweizer dienten Napoleon. Nach dessen Niederlage wollten Vertreter der früheren Ordnung die dreizehn Orte und Untertanengebiete wiederherstellen; die neuen Kantone widersetzten sich. Die Arbeitsaufträge betreffen Mediation und Folgen des Wiener Kongresses. [R] Die Suworow-Abbildung illustriert einen Feldzug von 1799, keine Handlung in der Mediationszeit; siehe E01.
Seiten 7–11: Restauration, Regeneration, Bundesstaat
[D; S. 7] Die Tagsatzung blieb das gemeinsame Organ. Das Dossier beschreibt Mehrheitsentscheidungen als verbindlich und den Bundesvertrag als Grundlage gemeinsamer militärischer Sicherheit. Verträge zwischen Kantonen durften dem Bund nicht schaden. Der Bestand der Klöster wurde garantiert. Städte gewannen gegenüber dem Land wieder Einfluss. Kantone behielten eigene Münzen, Zölle sowie unterschiedliche Strassen-, Brücken- und Massordnungen. Der Bundesvertrag enthielt keinen vorgesehenen Revisionsweg. Politische Freiheiten wurden eingeschränkt.
[D; S. 8] Liberale wollten die Kantone nicht abschaffen, sondern deren Selbstständigkeit begrenzen und gemeinsame Institutionen stärken. Volksversammlungen auf dem Land forderten politische Veränderungen. In Basel stiessen Forderungen der Landschaft auf bewaffneten Widerstand der Stadt; die Abbildung zeigt den Strassenkampf in Liestal 1831. Die Kantonstrennung erfolgte 1833. Auftrag: Schlüsselbegriffe und wichtige Aussagen markieren.
[D; S. 9] Am 4. November 1847 beschloss die Tagsatzung die bewaffnete Auflösung des Sonderbundes. Dieser war zahlenmässig und hinsichtlich Ausrüstung unterlegen und hoffte vergeblich auf ausländische Hilfe. Das Dossier nennt rund zwanzig Kriegstage, etwa hundert Tote und fünfhundert Verwundete. Die kurze Kriegsdauer wird mit der Karikatur hervorgehoben.
Die europäischen Revolutionen von 1848 erleichterten den schweizerischen Verfassungsprozess: In Frankreich wurde Louis-Philippe gestürzt und eine Republik ausgerufen; in den deutschen Staaten entstand eine Nationalversammlung; auch im Habsburgerreich kam es zu Aufständen. In vielen Ländern setzte sich anschliessend die Gegenrevolution durch. [R] Die Quellenbezeichnung «Österreich-Ungarn» für 1848 ist zeitlich ungenau und wird hier nicht als damaliger Staatsname übernommen.
[D; S. 10] Die Verfassung wurde zwischen Februar und Juni 1848 ausgearbeitet. Das Dossier nennt fünfzehneinhalb zustimmende und sechseinhalb ablehnende Kantonsstimmen. Verfassungsänderungen sollen von Volk und Kantonen angenommen werden. Niederlassungsfreiheit begünstigte Wanderungen vom Gebirge ins Tal, vom Land in Städte und Industriegebiete sowie konfessionelle Durchmischung. Die damaligen Einschränkungen der Gleichberechtigung sind in E16 erläutert. Bern wurde Bundessitz. Die Demokratie wird als weiterentwickelbare Ordnung beschrieben.
[R; S. 10] Die Bildlegende zum Denkmal von Caspar Studer verbindet eine Angabe von 1884 mit der ersten Bundesverfassung. Die Gründung des Bundesstaates ist 1848; Bild- und Denkmalangaben sind davon zu unterscheiden. Die Legende ist deshalb keine verlässliche Datierung der ersten Bundesverfassung.
[D; S. 11] Neue Bundeszuständigkeiten mussten in der Verfassung festgelegt sein. Beispiele für die Aufgabenteilung sind der örtliche Turnhallenbau und kantonale Lehrerlöhne. Beide Parlamentskammern müssen einem Gesetz zustimmen; dadurch werden Bevölkerung und Kantone berücksichtigt. Die im Unterrichtsschema genannten Bundesaufgaben sind Aussenpolitik, Militär, Zoll, Post und Geldwesen; die kantonalen Aufgaben Schule, Fürsorge, Polizei, Strassen und Gesundheitswesen. [R] Die modernen Symbole der Darstellung, etwa ein Panzer, sind Unterrichtsillustrationen und keine Ausstattung von 1848.
Seiten 12–16: Übersichten und Übungen
[D; S. 12] Die Obstmodelle veranschaulichen Staatsformen: Obstschale = Staatenbund, einzelner Apfel = Einheitsstaat, Traubenbund = föderale Verbindung in der Mediation. EU und UNO werden als Vergleichsbeispiele erwähnt. [R] Das sind vereinfachte Modelle; EU, UNO und historische Eidgenossenschaft haben unterschiedliche Rechtsordnungen. Die Übersicht rechnet für 1291–1798 mit 507 Jahren. Sie nennt für die alte Ordnung Herren und Untertanen sowie die Tagsatzung und den Einfluss städtischer Führungsschichten. Die Auflösung alter Herrschaftsverhältnisse darf nicht als Beseitigung der Kantone verstanden werden. Die wichtigsten Jahreszahlen, Staatsformen und Institutionen sind in Kapitel 1 und den Epochenkapiteln ausgefüllt.
[D; S. 13] Die Restauration wird dem Wiener Kongress zugeordnet. Frühere Untertanengebiete wehrten sich gegen die Wiederherstellung alter Abhängigkeiten. Der Überblick nennt das Laufental; dessen spätere Zugehörigkeit ist in E11 präzisiert. Für die Regeneration werden die französische Julirevolution 1830, liberale und konservative Positionen, die Basler Trennung 1833 sowie Sonderbund und Sonderbundskrieg mit Dufour genannt. [R] Unklare handschriftliche Länderabkürzungen werden nicht erfunden. Eine Aussage, die Grenzen von 1815 seien vollständig mit heutigen Grenzen identisch, ist zu vereinfachend.
[D; S. 14] Vollständige Begriffsliste der Zuordnungsaufgabe: Elektrizitätsversorgung; Feuerwehr; Zoll; Berufsbildung; Kantonspolizei; Wasserversorgung; Währungspolitik; Aussenpolitik; Organisation der Schule; Militär; Strassenverkehr; Kehrichtabfuhr; Bau und Unterhalt von lokalen Strassen; Bau von Schulhäusern; Bauwesen; Umweltschutz; Gesundheitswesen; Wirtschaftspolitik. Dazu kommen Aufgaben zu Rechten und Pflichten sowie die Erläuterung von Föderalismus und Subsidiarität. Die Musterzuordnung steht in Kapitel 7. [R] Bauwesen ist eine geteilte Aufgabe mit kantonalen Vorgaben und kommunaler Planung/Bewilligung; eine einzige Ebene wäre zu pauschal. Präsident plus sechs weitere Mitglieder ergeben insgesamt sieben Bundesräte.
[D; S. 15] Auftrag: Veränderungen der Bundesverfassung erklären und ein Schema der Staatsorgane zeichnen. Die handschriftliche Lösung ist unvollständig. Für die ergänzte Lösung sind Volk und Kantone, Nationalrat, Ständerat, Bundesrat und Bundesgericht sowie ihre unterschiedlichen Funktionen zu berücksichtigen; siehe E15.
[D; S. 16] Das Konfliktschema verbindet liberale und radikale Kräfte sowie Freischarenzüge mit der konservativen Gegenseite, dem Sonderbund und schliesslich dem Krieg 1847. [R] Gründung des Sonderbundes 1845 und Krieg 1847 sind zu trennen. Das handschriftliche Schema ist keine vollständige Erklärung aller Ursachen; die Zusammenhänge stehen in Kapitel 6.
Seiten 17–20: Vertiefungsaufgaben
[D; S. 17] Das Blatt ordnet die Folgen des Wiener Kongresses für die Schweiz Bildern zu. Es zeigt unter anderem eine bewaffnete Figur, kantonale/territoriale Bezüge und Symbole politischer Ordnung. Die vorhandenen Beschriftungen sind nicht überall ausreichend. [R] Die sechs konkreten Bildzuordnungen bleiben dort vorläufig, wo die Darstellung keine eindeutige Identifikation ermöglicht. Eine leere Schülerantwort ist keine Originalinformation; Musterlösungen sind Ergänzungen.
[D; S. 18] Aufgaben zur Helvetischen Gesellschaft und zum Vergleich alter Eidgenossenschaft/Helvetik: Ziel der Gesellschaft erklären; Gemeinsamkeiten und Unterschiede ordnen; den Staatsaufbau zeichnerisch darstellen. [R] «Ein Regierer» beschreibt die helvetische Exekutive nicht richtig: Sie bestand aus mehreren Personen. Vergleiche das Direktorium auf Seite 4.
[D; S. 19] Die Vor-/Nachteilsaufgabe zur Helvetik enthält handschriftliche Antworten. «Unabhängig» ist angesichts französischer Einflussnahme als Vorteil problematisch. Die militärische Schwäche und fremde Einflussnahme gehören zur kritischen Seite. Die Seite zeigt vier Amtsuniformen helvetischer Funktionsträger. [R] Die Uniformdetails und alle schwer lesbaren Antworten sind nicht vollständig transkribiert; die inhaltliche Musterlösung bleibt Kapitel 3.
[D; S. 20] Alle acht Lösungswörter des Mediation-Lückentextes in Reihenfolge: Verfassung – Franzosen – Staatenbund – gleichberechtigt – doppelte – Kriegsschauplatz – unabhängig – 1798. Das Wort Kriegsschauplatz fehlte zuvor in der Lösungsreihe und ist nun auch in Kapitel 4 eingefügt. [R] Das Ausfüllen reproduziert die Aufgabenlösung, bestätigt aber nicht die fehlerhafte zeitliche Zuordnung der Kämpfe von 1799; siehe E01.
Seiten 21–24: Dreizehn Orte, Karte und Chronologie
[D; S. 21] Das Gebiet wird über Rhein und Schaffhausen im Norden, Bodensee/Appenzell und Graubünden im Osten sowie Jura und Genf im Westen beschrieben. Weitere Expansion richtete sich vor allem nach Süden. Unterschiedliche regionale Interessen erschwerten gemeinsame Feldzüge: Basel orientierte sich etwa zum Elsass, Innerschweizer Orte über den Gotthard nach Mailand. Angriffe begannen teilweise, bevor alle Verbündeten versammelt waren. Artillerie kostete Geld; ärmere Länderorte hatten weniger Mittel. Die Tagsatzung tagte wechselnd in Städten. Genannt werden St. Jakob, Murten und Marignano; die vier Probleme und die Reaktion nach Marignano stehen in Kapitel 10d.
[D; S. 22] Die Karte unterscheidet die dreizehn Orte, gemeinsame Untertanengebiete und Zugewandte. Die Farbkennzeichnung verwendet Rot, Gelb und Blau. [R] Die einzelnen Grenzverläufe, Ortsnamen und Flächen sind nicht vollständig in Text übertragen. Für Kartenlernen muss die Originalseite 22 verwendet werden; die begriffliche Erklärung in Kapitel 10b ersetzt diese Karte nicht.
[D; S. 23] Nachgetragene vollständige Ereignisfolge der gedruckten Tabelle:
| Jahr | Aussage/Ereignis im Dossier |
|---|---|
| 1273 | Das Blatt nennt einen ersten bekannten Schwur der drei Länder. Diese Angabe wird hier nur als Quelleninhalt dokumentiert, nicht als geprüfte historische Tatsache. |
| 1273–1291 | Herrschaft Rudolfs von Habsburg; im Blatt als vergleichsweise friedliche Zeit beschrieben |
| 1291 | Bundesbrief |
| 1315 | Morgarten und Erneuerung des Bündnisses |
| 1339 | Laupen |
| 1352 | Bündnisse mit Glarus und Zug; die Bündnisse umfassen nicht in jedem Fall sämtliche bisherigen Orte |
| 1353 | Bern verbindet sich mit Uri, Schwyz und Unterwalden |
| 1386 | Sempach |
| 1415 | Eroberung des Aargaus |
| 1444 | St. Jakob an der Birs |
| 1474 | Ewige Richtung mit Habsburg; Verzicht auf Ansprüche im beschriebenen Zusammenhang |
| 1476 | Murten |
| 1477 | Niederlage/Tod Karls des Kühnen im Burgunderkrieg |
| 1481 | Freiburg und Solothurn |
| 1501 | Basel und Schaffhausen; Basel wird als Vermittler erwähnt |
| 1513 | Appenzell; Sieg bei Novara |
| 1515 | Marignano |
| 1648 | Westfälischer Frieden |
| 1815 | Anerkennung der Neutralität |
[D; S. 24] Die Wappen-/Beitrittsaufgabe ordnet 1291 Uri, Schwyz und Unterwalden zu; 1332 Luzern; 1351 Zürich; 1352 Zug und Glarus; 1353 Bern. Auftrag: die Übersicht vervollständigen. Die späteren fünf Orte sind in der dreizehnörtigen Tabelle in Kapitel 2 ergänzt. [R] Wappenformen und Farben sind hier nicht reproduziert.
Seiten 25–26: Bundesbrief und Bildaufgaben
[D; S. 25] Die Hilfe soll innerhalb und ausserhalb der Täler erfolgen, nötigenfalls auf eigene Kosten. Streit zwischen Bündnispartnern soll durch einsichtige Männer geschlichtet werden. Der vereinfachte Bundesbrieftext enthält vier konkrete Rechtsregeln:
- Hinterlistige Tötung soll mit dem Tod geahndet werden. Ein flüchtiger Täter darf nicht zurückkehren und soll in keinem der drei Täler aufgenommen werden.
- Wer einem Eidgenossen durch Brand schadet, soll seine Zugehörigkeit als Landsmann verlieren.
- Bei Raub oder anderer Schädigung wird das Vermögen des Täters beschlagnahmt, um den Schaden auszugleichen.
- Pfändung ist nur gegenüber Schuldner oder Bürge und mit richterlicher Erlaubnis zulässig.
Die Vereinbarungen sollen nach dem Schluss des Arbeitsblatts dauerhaft gelten. Die Abbildung des historischen Dokuments und seiner Siegel ist Bestandteil des Originals, hier aber nicht reproduziert.
[D; S. 26] Drei Aufträge: Skizzen mit passenden Titeln beschriften; in eigenen Worten passende Bündnisregeln erklären; Vorteile des Bündnisses nennen. Die drei Bildthemen sind Hilfeleistung, Schiedsgericht und Rechtsvereinheitlichung. Die lesbaren handschriftlichen Kerngedanken lauten sinngemäss: füreinander einstehen; Streit schlichten; einheitliche richterliche Entscheidungen; stärkeres Vertrauen und gemeinsame Stärke; Ruhe und Ordnung begünstigen Handel und bessere Lebensbedingungen. Diese Begründungen sind Schülerantworten, keine zusätzlichen Klauseln des Bundesbriefes.
Seiten 27–31: Napoleon-Treppe und Lernjob 3A
[D; S. 27] Die elf Stufen verbinden Geburt/Kindheit auf Korsika, Militärschule und Offizierslaufbahn, General, Konsul, Selbstkrönung, Kaiserzeit, Ehe/Flottenverlust, Spanien, Russland/Elba, erneuten militärischen Zusammenbruch und St. Helena/Tod. Die Handschrift vermischt einzelne Ereignisse; der korrigierte Zeitstrahl in Kapitel 8 ist die Lernlösung. [R] Die Zeichnung und sämtliche Einträge sind nicht wortgetreu übertragen. «Wird Kaiser» und «krönt sich zum Kaiser» sind nicht zwei verschiedene Kaiserernennungen; Russland 1812, Leipzig 1813 und Elba 1814 sind getrennt zu lernen.
[D; S. 28] Vollständige Arbeitsorganisation von Lernjob 3A:
- Italien/Ägypten: zuerst allein den Text lesen und Aufgaben bearbeiten; anschliessend in einer Dreiergruppe mit je einer Person aus Lernjob B und C die Texte gegenseitig erklären.
- Hundert Tage: gemeinsam weiterlesen und die folgenden Aufgaben als Gruppe lösen.
- Wiener Kongress: allein einen Lückentext bearbeiten und ein Schaubild vervollständigen.
- Korrektur: Lösungen mit einer anderen Stiftfarbe berichtigen.
Zeitvorgabe: drei Lektionen, Abschlussdatum im Blatt: 21. August 2026. [R] Die erwähnten vollständigen Lernjobs B und C sind in diesem 36-seitigen PDF nicht enthalten; ihre Inhalte können daher nicht als vollständig übernommen gelten.
[D; S. 29] Der Text beschreibt Napoleons Eintritt in Brienne 1779, Spott wegen Herkunft und Sprache, den Wechsel nach Paris nach fünf Jahren und gute Leistungen in Mathematik, Geografie und Geschichte. 1789 ist er zwanzigjähriger Offizier; er schliesst sich den Jakobinern an und zeichnet sich 1793 in Toulon aus. Er heiratet die Witwe Joséphine de Beauharnais. Paul de Barras lässt ihn im Oktober 1795 einen royalistischen Aufstand mit Kanonen/Kartätschen niederschlagen. Er wird Divisionsgeneral und erhält das Kommando in Oberitalien.
Die schlecht ausgerüstete Italienarmee gewinnt bei Lodi; daraus entsteht der Heldenmythos des «petit Caporal». Die Franzosen nehmen Mailand ein; Österreich hält sich zunächst in Mantua. Italienische Staaten leisten Geldzahlungen und geben Kunstschätze ab. Mantua kapituliert 1797. Der Vormarsch in die Steiermark führt zum Frieden von Campo Formio. Im Dossier werden Österreichs Verzicht auf Belgien und die Anerkennung französischer Ansprüche am linken Rheinufer genannt.
[D; S. 30] Die Lombardei wird der Cisalpinischen Republik zugeteilt; Genua wird Zentrum der Ligurischen Republik. Napoleon will den britischen Einfluss in Indien über Ägypten angreifen und dabei die britische Flotte umgehen. Das Direktorium unterstützt die Unternehmung auch, um den ehrgeizigen General von Paris fernzuhalten. Das Dossier verbindet die Finanzierung mit der Ausplünderung Berns und der Eidgenossenschaft 1798.
Nach Malta landet Napoleon mit ungefähr 40 000 Mann in Alexandria, besiegt die Mameluken bei den Pyramiden und zieht in Kairo ein. Nelson vernichtet im August 1798 bei Abukir die französische Flotte. Das Heer ist von Frankreich abgeschnitten. Das Osmanische Reich tritt mit britischer Unterstützung gegen Frankreich auf; der Feldzug nach Syrien endet durch Krankheiten und Widerstand. Napoleon kehrt heimlich auf einer Fregatte zurück und lässt das Heer zurück. [R] Die Behauptung einer Konversion des ganzen Heeres ist durch E20 korrigiert; das Blatt verkürzt ausserdem den weiteren Verlauf bis zur britischen Gefangenschaft der verbliebenen Truppen.
In Frankreich bestehen Staatsfinanzprobleme, erneuter radikaler Druck und die zweite Koalition. Masséna schlägt russische Kräfte in der Schweiz; Österreich gewinnt andernorts wieder Einfluss. Napoleon erscheint als Retter. Am 18. Brumaire / 9. November 1799 beginnt der Staatsstreich; am folgenden Tag brechen Murats Soldaten den Widerstand der Räte. Napoleon wird Erster Konsul. Die drei Konsuln erhalten eine neue Verfassung, die sich symbolisch an Rom orientiert; im Dossier ist dies die vierte Verfassung innerhalb von zehn Jahren.
[D; S. 31] Alle siebzehn Ja-/Nein-Aussagen sind bereits mit Lösungen in Kapitel 8 enthalten. Zusätzlich gehört zum Original der Gruppenauftrag: die unterschiedlichen Texte gegenseitig erklären und offene Fragen in der Gruppe oder mit der Lehrperson klären. [R] Die übernommenen Lösungen sind fachlich bearbeitet und müssen nicht mit allen handschriftlichen Kreuzen übereinstimmen.
Seiten 32–35: Hundert Tage, Auswahlaufgabe und Karikatur
[D; S. 32] Auf Elba behält Napoleon den Kaisertitel, erhält eine Rente und verfügt über eine Leibwache von vierhundert Mann. Er verfolgt die Unzufriedenheit mit Ludwig XVIII. sowie Streit und Festlichkeiten am Wiener Kongress. Das Blatt enthält zehn französische Zeitungsmeldungen vom 28. Februar sowie 7., 9., 11., 16., 17., 18., 19., 20. und 21. März 1815: Die Bezeichnungen wechseln von beschimpfenden Tier-/Menschenfresserbildern über «Tyrann» und «Usurpator» zu «Kaiser» und «Seine Kaiserliche Majestät». Der Unterrichtspunkt ist der Wechsel der Berichterstattung mit dem politischen Erfolg. [R] Die zehn französischen Meldungen samt Worterklärungen sind hier inhaltlich erläutert, nicht wortgetreu abgeschrieben.
Napoleon stellt aus Veteranen eine neue Armee auf. Wellington steht bei Quatre-Bras und Blücher bei Ligny. Napoleon will ihre Vereinigung verhindern. Trotz anfänglicher Erfolge gelingt keine endgültige Ausschaltung; Krankheit, Fehler der Generäle und eine falsche Einschätzung von Blüchers Rückzug werden als Gründe genannt. Die preussischen und britischen Kräfte finden zusammen. [R] Die stark vereinfachten Kilometerangaben des Arbeitsblatts werden nicht als geprüfte geografische Angaben übernommen.
[D; S. 33] Französische Reiterei und Infanterie können die gegnerischen Karrees nicht entscheidend aufbrechen. Das Eintreffen der Preussen entscheidet die Schlacht. Wellington wird sinngemäss mit dem Wunsch nach Nacht oder dem Eintreffen der Preussen zitiert. Napoleon dankt erneut ab, hofft auf die USA, wird aber von den Briten nach St. Helena gebracht. Er stirbt 1821 und hinterlässt beschönigende Erinnerungen. Die Überführung nach Paris erfolgt 1840. [R] Die gedruckte Angabe «Panthéon» ist falsch; siehe die bereits belegte Korrektur E21 zu den Invalides.
[D; S. 33–34] Vollständige Auswahlfolge der richtig zu markierenden Ausdrücke, sinngemäss:
| Nr. | Richtige Auswahl im Aufgabenkontext |
|---|---|
| 1 | Russen |
| 2 | Napoleon verliess seine Truppen zuvor und eilte im Pferdeschlitten nach Paris zurück |
| 3 | schwarz-rot-goldene, nicht blau-weiss-rote Zuordnung der deutschen Freikorps im Unterrichtstext |
| 4 | Völkerschlacht von Leipzig |
| 5 | Einmarsch der Verbündeten in Paris |
| 6 | Napoleon wird für abgesetzt erklärt |
| 7 | Insel Elba |
| 8 | Ludwig XVIII. ist der jüngere Bruder Ludwigs XVI. |
| 9 | Frankreich muss im beschriebenen Zusammenhang von 1814 die genannten grossen Abtretungen/Reparationen nicht leisten |
| 10 | Europa erhält eine neue Ordnung |
| 11 | Zar Alexander I. von Russland |
| 12 | Fürst Clemens Metternich, österreichischer Staatskanzler |
| 13 | Verhandlungen gehen nur sehr langsam voran |
| 14 | Tausende ehemalige Soldaten empfangen Napoleon |
| 15 | Ludwig XVIII. flieht nach Gent |
| 16 | Eilends zusammengestellte Armee |
| 17 | Preussische Truppen |
| 18 | Herzog Wellington |
| 19 | Südatlantik |
| 20 | Memoiren schreiben und unter britischer Bewachung leben |
[R] Dies ist eine Lösung der vorgegebenen Gegenüberstellungen. Besonders Nr. 3 ist eine vereinfachte Farbzuordnung im Arbeitsblatt, keine genaue Beschreibung aller Uniformen. Nr. 9 betrifft 1814 und darf nicht auf die Friedensbedingungen nach Waterloo 1815 übertragen werden.
[D; S. 34] Weitere genaue Daten: Rückkehr/Landung am 1. März 1815; Einzug in Paris am 20. März; Waterloo am 18. Juni; endgültige Abdankung am 22. Juni 1815. Gastgeber des Kongresses ist Kaiser Franz I.; neben Alexander I. wird Friedrich Wilhelm III. genannt.
[D; S. 35] Die Zuordnungsaufgabe nennt Geburt auf Korsika, Militärschule/Offizier, General und Italienarmee, Konsulat nach dem Sturz Robespierres, Selbstkrönung, Rückzug aus Spanien, Russland, Leipzig und Flucht. Der rechte Rand ist abgeschnitten. Auftrag: Ereignisse den Stufen zuordnen und die Bewertung durch den Karikaturisten erklären. [R] Die Stufen vereinfachen und vermischen die Chronologie; Robespierres Sturz 1794 und Napoleons Konsulat 1799 sind getrennte Ereignisse. Die handschriftliche Antwort «Farbe» erklärt die Bewertung nicht. Die ergänzte Deutung von Aufstieg, Überheblichkeit und Fall steht in Kapitel 8; fehlende Bildteile werden nicht erfunden.
Seite 36: Wiener Kongress – territorialer Nachtrag
[D] Der Text nennt über zweihundert Staatsmänner, die 1814 in Wien zusammentreffen. Nationale Einheit und politische Freiheit waren Hoffnungen vieler Menschen; die Grossmächte strebten dagegen ein Gleichgewicht und vielfach die Wiederherstellung alter Machtverhältnisse an. Die fehlende deutsche Einheit ist Teil dieses Gegensatzes. Die Lösungswörter des Lückentextes sind: Vorherrschaft – Befreiungskriege – Freiheit – Kongress – Europas – Fürsten – Grossmächten – Kräfteverhältnis – Interesse – Rheinland – Kapkolonien.
[D] Die im Arbeitsblatt genannten Gebietszuteilungen:
| Staat/Verbindung | Zuteilung laut Arbeitsblatt |
|---|---|
| Russland | Herzogtum Warschau |
| Österreich | Oberitalien, Tirol und Lombardei |
| Preussen | Hälfte Sachsens, Rheinland, ein Teil Westfalens und Schwedisch-Pommern |
| England/Grossbritannien | Kapkolonien, Sri Lanka, Mauritius, Malta, Helgoland |
| Belgien und Holland | Zusammenschluss zum Königreich der Niederlande |
| Bayern | Pfalz |
| Dänemark | Holstein |
[R] Die Tabelle gibt die vereinfachten Formulierungen des Schulblatts wieder und ist keine vollständige territorial-rechtliche Darstellung aller Kongressbeschlüsse. Im Schaubild sind vier Felder zu beantworten: Ursachen, teilnehmende Grossmächte, Ziele, Auswirkungen. Für die Ziele ist «politische Freiheit» in der handschriftlichen Schülerantwort nicht passend zum beschriebenen Restaurationsziel; Gleichgewicht und Wiederherstellung monarchischer Macht gehören zur ergänzten Musterlösung.
Abschluss des Abgleichs: Was weiterhin fehlt
| Bestandteil | Stand in dieser Markdown-Datei |
|---|---|
| Sachthemen aller 36 PDF-Seiten | In Kapiteln 1–13 erfasst; verkürzte Stellen durch diesen Nachtrag erweitert |
| Siebzehn Lernziele | Kapitel 10a |
| Acht Mediation-Lücken | Vollständig, einschliesslich zuvor fehlendem «Kriegsschauplatz» |
| Siebzehn Ja-/Nein-Aussagen | Kapitel 8 |
| Auswahlaufgabe S. 33–34 | Alle zwanzig Auswahlentscheidungen oben nachgetragen |
| Bundesbrief-Rechtsregeln und Kongress-Gebietsliste | Oben nachgetragen |
| Alle Formulierungen des Originals | Keine vollständige Abschrift |
| Alle Handschriften/Markierungen | Nur lesbare, inhaltlich relevante Kernaussagen; nicht vollständig reproduziert |
| Karten, Wappen und Bilddetails | Original erforderlich, besonders S. 5, 17, 19, 22, 24, 27 und 35 |
| Französische Zeitungsmeldungen | Daten und Aussage erläutert; französischer Wortlaut und Glossar nur im Original |
| Verdeckte/abgeschnittene Stellen | Weiterhin nicht sicher rekonstruierbar, besonders S. 3 und 35 |
| Lernjobs B und C | Nicht im vorliegenden Original enthalten |
[R] Ehrliche Gesamtbewertung: Die Datei ist nun eine ausführlichere Lernfassung mit dokumentiertem Seitenabgleich. Die Aussage «wirklich alles aus dem Dossier steht im File» wäre weiterhin zu weitgehend, wenn damit jedes Wort, jede handschriftliche Antwort oder jede Bildinformation gemeint ist. Für diese vollständige Originaldarstellung bleibt das verlinkte PDF notwendig.